Die Sozialbeistandschaft
Die Sozialbeistandschaft ist ein ambulantes Angebot.
Der/ die Drogenabhängige, der/ die in einer eigenen Wohnung leben,
werden im Rahmen einer festgelegten Stundenzahl pro Woche im Alltag unterstützt.
Dies Angebot erhält die bisherigen Lebensbedingungen aufrecht und
eignet sich dann, wenn ein stabilisierendes soziales Umfeld vorhanden
ist.
Kostenträger: Kommunen über BSHG
§§ 39, 40, KJHG, Spenden, Bußgelder
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Wie arbeitet die Nachsorge von
Hilfe für junge Menschen e.V.
Die Klienten und Klientinnen haben - je nach der notwendigen Intensität
der therapeutischen Begleitung - die Möglichkeit, stationäre,
ambulante oder Teilbereiche der Wohnformen zu nutzen.
Die Gruppe der Mitbewohner und Mitbewohner/Innen stützt noch brüchiges
Selbstvertrauen, unzureichende Stabilität und unterstützt mit
bereits gemachten Erfahrungen.
Sie sind wichtiges Korrektiv im Hinblick auf Umsetzen und Erreichen von
gesteckten Zielen der einzelnen Gruppenmitglieder.
Durch Aufzeigen von Verhaltensauffälligkeiten bzw. Verhaltensrückfällen
können sie dazu betragen, Rückfällen vorzubeugen.
Zu Beginn zieht jeder Klient, jede Klientin in der Regel schriftlich Bilanz
über seine, ihre derzeitigen Voraussetzungen für seine, ihre
Abstinenz und Rehabilitation, Stärken und Schwächen, Erwartungen
und Wünsche.
Diese Bilanz wird in der Gruppe unter Leitung des Therapeuten, der Therapeutin
im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit besprochen.
Im Rahmen der auf ein Minimum beschränkten, aber unerlässlichen
Regel in den Wohngruppen ist jeder Bewohner, jede Bewohnerin aufgefordert,
eigene Erfahrungen zu sammeln, Fehler und Misserfolge sind dabei ausdrücklich
erlaubt.
Zur Sicherung aller finden unregelmäßig Kontrollen der Drogenfreiheit
statt.
Sind erste realistische Schritte zum Erreichen der formulierten Ziele
bewältigt, findet ein Wechsel in einen offeneren Rahmen des Wohnens
statt.
Im Rahmen von regelmäßigen Einzel- und/ oder Gruppengesprächen
oder auch psychotherapeutischer Begleitung wird der individuelle Weg in
ein drogenfreies Leben gefestigt.
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| 1. Einzelgespräche
Therapeutische Einzelgespräche bilden die Grundlage für ein besseres
Verständnis der Persönlichkeit des Klienten/ der Klientin und
ermöglichen klarere Zielsetzungen für eine Lebensplanung und
deren schrittweise Umsetzung.
Mit Hilfe schriftlicher Vereinbarungen wird die Verbindlichkeit und Überprüfbarkeit
erhöht.
Sie bilden einen Bezugspunkt, der im Verlauf der Entwicklung sichtbar
und besprechbar macht, wie verantwortlich und achtsam jede Einzelne, jeder
Einzelne mit sich selbst, anderen Menschen und unterschiedlichen Situationen
umgeht und vereinbarte Ziele umsetzt..
Schwerpunktthemen sind beispielsweise:
- Erkennen und Bewältigen der eignen Suchtproblematik,
- Aufbau und Festigung zwischenmenschlicher Beziehungen,
- Fortführung einer psychotherapeutischen
Begleitung,
- Bearbeiten der Erlebnisse am Arbeitsplatz und
deren Bewältigung,
- Bewältigung der Erfahrungen mit dem "neuen"
Leben ohne Suchtmittel,
- Vorbeugen und/ oder Aufarbeiten eines Rückfalls.
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2. Gruppentherapie
Die intensive Einbindung in eine Gruppe erleichtert den Wechsel aus einer
Fachklinik in eine Nachsorgeeinrichtung mit einem höheren Grad an
Selbstständigkeit und Freizügigkeit.
Die Gruppensitzungen finden einmal wöchentlich in der Regel mit
folgenden Themen statt:
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- die Fähigkeit zum Zusammenleben in der Gemeinschaft
- die Übernahme von Verantwortung für sich sowie
Mitbewohner und Mitbewohnerinnen
- die Verbesserung der persönlichen Situation eines
jeden Bewohners/ einer jeden Bewohnerin
- die Erfahrungen mit dem Leben "draußen" und dessen
Bewältigung
- der Erwerb angemessener sprachlicher Auseinandersetzung
- die Motivation zu einem drogenfreien Leben
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| 3. Soziotherapie
Die Soziotherapie hat als Grundlage die konkrete Umsetzung der Lebensplanung
einer jeden Klientin/ eines jeden Klienten. Hier geht es um das Erleben,
die Auseinandersetzung und das Bewältigen der gesellschaftlichen
Realität. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erarbeiten mit den
Bewohnern und Bewohnerrinnen gemeinsam praktische Hilfen bei der Bewältigung,
beraten, informieren, nehmen im Einzelfall selbst Kontakte zu Einrichtungen
und Behörden auf.
Es wird unterstützt bei:
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- Kontakten zu verschiedensten Behörden wie
z.B. Arbeitsamt,
Wohnungsamt, Renten- und Krankenversicherung, Sozialamt,
Justiz usw.
- Aufnahme von Arbeit und Beschäftigung durch Kontakte zu Arbeitgebern,
Bewerbungstraining, Rollenspiele usw.
- Besuch von Selbsthilfegruppen
- Suche nach Freizeitaktivitäten
- Hilfe bei der Schuldenregulierung
- Einüben lebenspraktischer Fertigkeiten wie gesunde Ernährung
und Kochtechniken, Hygiene, Umgang mit Geld, Haushaltsführung
usw.
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4. Freizeitaktivitäten
Die Nachsorgeangebote des Vereins Hilfe für junge Mensche e.V. unterstützen
bei der Suche und Umsetzung befriedigender und sinnvoller Freizeitbeschäftigung.
Daneben werden selbst -vor allem erlebnispädagogische Freizeitaktivitäten
geplant und durchgeführt.
Dies unterstützt und fördert den Zusammenhalt in der Gemeinschaft.
Darüber hinaus werden in neuer, ungewohnter Situation Grenzerfahrungen
gemacht, die dazu beitragen, sich selbst besser kennenzulernen, neue Fähigkeiten
zu entdecken und dadurch Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu
stärken.
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5. Arbeits- und Beschäftigungsprojekte
Zur Stärkung und Festigung der Persönlichkeit, zur befriedigenden
Strukturierung des Tagesablaufs und zur ökonomischen Absicherung
ist Arbeit und Beschäftigung von großer Bedeutung.
Drogenabhängige Menschen sind auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schwer
vermittelbar.
Deshalb wird der Trägerverein Hilfe für junge Menschen e.V.
in eigenen Zweckbetrieben Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.
Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit anderen Beschäftigungsinitiativen
und - einrichtungen, sowie mit Gewerbetreibenden und der Industrie selbstverständlich.
Im Rahmen von Praktikumstellen und Arbeitstrainings können drogenabhängige
Menschen den regelmäßigen Arbeitsalltag einüben und ihn
bewältigen lernen.
Bei Bewährung entstehen hieraus immer wieder feste Einstellungsverhältnisse.
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6. Krisenintervention
Alle Nachsorgeangebote arbeiten - vor allem - bei Krisen und Rückfällen
eng mit dem Therapiezentrum Schaumberger Hof und der stationären
Nachsorgeeinrichtung im Rahmen eines speziellen Kriseninterventions -
Programms zusammen.
Es besteht aus verschiedenen, dem jeweiligen Bedarf angepassten Angeboten:
- therapeutische Gespräche zur Bewältigung
der Krise mit der Möglichkeit der
Weiterführung im Rahmen einer mittelfristigen ambulanten
Therapie
- Krisenintervention und Beratungsgespräche im sozialen Umfeld:
am Arbeitsplatz, in der Familie etc.
- Möglichkeit kurzfristiger stationärer Aufnahme für
einige Tage in der
stationären NachsorgeWohngemeinschaft oder dem
Therapiezentrum Schaumberger Hof.
Der schützende Rahmen ermöglicht, über
mehrere Tage die belastende
Situation zu verlassen und kann das soziale Umfeld
entlasten.
Die NachsorgeWohngemeinschaft eignet sich dann, wenn von hier
aus z.B. der Arbeitsbereich weiterhin aufrecht erhalten werden soll.
Die Aufnahme im Therapiezentrum Schaumberger Hof eignet sich
vor allem bei Rückfällen sowie um zeitlichen und räumlichen
Abstand zu Drogen zu schaffen.
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Wer arbeitet im NachsorgeTeam
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Verbundsystem der Einrichtungen
des Trägervereins Hilfe für junge Menschen e.V. sind PädagogInnen,
SozialarbeiterInnen, -pädagogInnen, PsyochologInnen, ÄrztInnen,
Handwerker, ErzieherInnen mit therapeutischen Zusatzausbildungen und haben
im Bereich der Arbeit mit drogenabhängigen Menschen vielfältige
Erfahrungen erworben. Sie sind einrichtungsübergreifend tätig.
Das durch Kostenträger festgelegte Verhältnis der Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen zu den Klienten und Klientinnen beträgt in der
Regel:
- in der stationären Nachsorge 1 : 5
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewährleisten eine Betreuung über
24 Stunden.
- im Betreuten Wohnen 1:13
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind bei Bedarf jederzeit zu erreichen.
Dieser Personalschlüssel reicht in Krisensituationen erfahrungsgemäß
nicht aus.
Der Verbund Therapiezentrum Schaumberger Hof ermöglicht den personellen
Einsatz in allen notwendigen Angebotsformen. Sollte dies nicht ausreichen,
müssen im Verbundsystem der Suchtkrankenhilfe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
übergreifend in anderen Einrichtungen zur optimalen Begleitung der
drogenabhängigen Menschen eingesetzt werden.
Der Verein Hilfe für junge Menschen e.V. ermöglicht
in der Vielfalt seiner Angebote insgesamt, aber im besonderen der Angebote
im Rahmen der Nachsorge eine optimale individuelle Stärkung, Begleitung
und Unterstützung drogenabhängiger Menschen zu einem hohen Maß
an Selbstwert, an Eigenständigkeit und Verantwortung für sich
und andere Menschen.
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